US-Präsident Donald Trump verzichtet nach eigenen Angaben vorerst auf einen angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf Iran. Er habe diesen aufgrund von „ernsthaften Verhandlungen“ abgesagt, die derzeit zur Beendigung des Krieges liefen, sagte der Präsident am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, nachdem er die Entscheidung zuvor in den sozialen Medien bekanntgegeben hatte. „Es scheint eine sehr gute Chance zu geben, dass sie eine Lösung finden. Wenn wir das schaffen, ohne sie in Grund und Boden zu bomben, wäre ich sehr zufrieden“, sagte Trump. Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth und andere US-Militärvertreter angewiesen, die bisherigen Pläne auszusetzen und einen Großangriff auf Iran erst dann zu beginnen, wenn ein „akzeptables Abkommen nicht erreicht wird“. „Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und einige andere haben mich gefragt, ob wir die Entscheidung um drei Tage, also um einen kurzen Zeitraum, verschieben könnten“, sagte Trump später in Washington. Er sprach von einer sehr positiven Entwicklung. Am Vortag hatte der Republikaner auf Truth Social gewarnt: „Für Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben.“ Mehrere Vertreter der von Trump aufgeführten Golfstaaten erklärten allerdings dem Wall Street Journal zufolge, ihnen sei der vom US-Präsidenten erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf Iran nicht bekannt. Trump hatte seit Wochen damit gedroht, dass die Mitte April erreichte Waffenruhe enden könnte, falls Iran keine Einigung erzielt. Dabei nannte er wiederholt wechselnde Bedingungen für ein Abkommen. Trump bezeichnete die aktuelle Verhandlungspause als „sehr positive Entwicklung“, räumte jedoch ein, dass es bereits früher Situationen gegeben habe, in denen eine Einigung nah schien, ohne dass sie zustande kam. „Aber diesmal ist es etwas anders“, sagte er. (dpa/ap) Iran legt neue Vorschläge vor Teheran hat nach eigenen Angaben über den Vermittler Pakistan auf den jüngsten US-Vorstoß mit eigenen neuen Vorschlägen reagiert, wie Außenamtssprecher Ismail Baghai Reportern sagte. Nach Informationen des Wall Street Journal bot Teheran eine schrittweise Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus an. Zugleich seien aber kritische Fragen zum Streitthema des iranischen Atomprogramms offen geblieben. Nach Angaben Baghais hatten die USA zuvor Antworten auf Irans vorangegangenen Vorschlag übermittelt. Trump hatte diesen öffentlich als „dämlichen Vorschlag“ abgetan. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur dann langfristig einzustellen, wenn es bestimmte Verhandlungsergebnisse gibt. Für Iran ist ein Ende der Kampfhandlungen – insbesondere auch der Offensive Israels im Libanon – jedoch eine Vorbedingung für weitere Verhandlungen. (dpa) Berlin und Ankara setzen auf diplomatische Lösung Deutschland und die Türkei setzen trotz Trumps jüngster Drohungen weiterhin auf diplomatische Kompromissfindung. Auf militärischem Wege werde es keine Lösung geben, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in Berlin. Wenn Iran bereit sei, auf sein nukleares Anreicherungsprogramm zu verzichten, „haben wir eine Grundlage dafür, Verhandlungen zu führen“. Fidan sagte, es liege „im Interesse der ganzen Welt, die großen Krisen auf diplomatischem Wege so schnell wie möglich zu lösen“. Eine Fortsetzung des Krieges hätte große politische und wirtschaftliche Folgen, warnte er. Wadephul sagte mit Blick auf Washington und Teheran, die Verhandlungen seien nicht festgefahren, sondern würden fortgeführt. Irans Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag müsse von der US-Regierung nun sorgfältig geprüft werden. (dpa)
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